Dissertationen

Die aufgeführten Dissertationen wurden von Prof. Michael Suda betreut.

 

 

Schönfeld, Fiona (2014):

Ehrenamtlich aktive Frauen im Natur- und Umweltschutz. Eine qualitative Untersuchung von Biografien, Handlungskonzepten und geschlechtsbezogenen Barrieren

Gaggermeier, Anika (2014):

Waldflurbereinigung in Bayern. Eine akteurtheoretische Analyse

Ashida, Asuka (2014):

The Convention on Biological Diversity and National Biodiversity Strategy and Action Plans in Germany and Japan. The case of incremental policy change

Dobler, Günter (2012):

Das Selbst- und Bildungsverständnis forstlicher Waldpädagogen - Eine Erhebung subjektiver Theorien in Anlehnung an das Modell "Inneres Team" nach Schulz von Thun

 Mayer, Renate (2012):

Wissens- und erlebnisorientierte Großveranstaltungen als  Aktivierungsimpuls für private Waldbesitzer - Analyse anhand der Fallstudie "Regionale Waldbesitzertage" in Bayern

Hagemeier-Klose, Maria (2011):

Hochwasserrisikokommunikation zwischen Wasserwirtschaftsverwaltung und Öffentlichkeit – eine Evaluation der Wahrnehmung und Wirkung behördlicher Informationsinstrumente in Bayern

Huml, Gerd (2010):

Die Entwicklung forstlicher Zusammenschlüsse in Bayern - Ein akteurtheoretischer Erklärungsansatz

  • Literaturangaben: Huml, Gerd (2010): Die Entwicklung forstlicher Zusammenschlüsse in bayern - Ein akteurtheoretischer Erklärungsansatz. Hamburg. Dr. Kovac Verlag
  • Kurzbeschreibung

Krause, Eva (2010):

"Urbane Waldbesitzer" - Analyse der Perspektiven Bayerischer Beratungsförster und nichtbäuerlicher Waldbesitzer zum Thema "Urbane Waldbesitzer" anhand motivationspsychologischer Theorien

Müller, Gaby (2006):

Vom Konflikt zum kooperativen Handeln: Mit Umweltmediation zu integralem Schutzwaldmanagement

Sauer, Alexandra (2006):

Europäische Naturschutzpolitik: Die Rolle der lokalen und regionalen Akteure bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie in Deutschland

  • Literaturangaben: Hochschulschriften zur Nachhaltigkeit 29, ökom - Ges. f. ökol. Kommunikation, München.

Zellhuber, Andrea (2006):

Kooperative Planung im Kontext informeller Siedlungen in Porto Alegre, Brasilien: Eine Fallstudie zu Möglichkeiten und Grenzen von Beteiligungsansätzen in der raumbezogenen Umweltplanung.

Zormeier, Florian (2006):

Die Rolle der Unteren Forstbehörden bei partizipativen Prozessen: Eine forstpolitische Analyse am Beispiel der Lokalen Agenda 21 in Nordrhein-Westfalen.

Dirlinger, Eva Teresa (2005):

Rezeption von Online-Nachrichten der internen Kommunikation. Eine Literaturanalyse und empirische Untersuchung eines Online- Magazins im Intranet eines Großkonzerns zur Ermittlung von aufmerksamkeitslenkenden Faktoren.

Krafft, Ulrike (2004):

Identifikation von Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren in der forstlichen Beratung

Wagner, Klaus (2004):

Naturgefahrenbewusstsein und -kommunikation am Beispiel von Sturzfluten und Rutschungen in vier Gemeinden des Bayerischen Alpenraums.  

Schaffner, Stefan (2001):

Realisierung von Holzvorräten im Kleinprivatwald - Typen von Kleinprivatwaldbesitzern und deren Verhalten bezüglich Waldbewirtschaftung und Nutzungsaufkommen.

Duschl, Christian (2000):

Simulation forstbetrieblicher Sachverhalte auf der Basis gegenwärtiger Waldstrukturen.

Klins, Ullrich (2000):

Die Zertifizierung von Tropenholz - Die Betrachtung des politischen Prozesses der Umsetzung in Deutschland.

Pauli, Bernhard (2000):

Wald und Forstwirtschaft im Meinungsbild der Gesellschaft.

  • Literaturangaben: Mitteilungen aus der Bayerischen Staatsforstverwaltung, Heft 50, München

Mayer-Gampe, Pia (1999):

Der Wald als Symbol in Märchen und Mythen.

  • Literaturangaben: Mayer-Gampe, Pia (2002): Wälder und Wege: das Phasenportrait der Evolution. 3 Bände. Altusried.
  • Kurzbeschreibung

Kurzbeschreibungen

 

Schönfeld, Fiona (2014):
Die vorliegende Arbeit untersucht das ehrenamtliche Engagement von Frauen in Natur-/Umweltschutzorganisationen. Durch qualitative Inhaltsanalyse von leitfadengestützten biografischen Interviews mit 30 Frauen, die sich aktiv in Bayern engagieren, wird eine Typologie „weiblicher“ Ehrenamtsbiografien entwickelt. Weitere Forschungsfragen behandeln den sozialen und thematischen Handlungskontext des Ehrenamts und wahrgenommene geschlechtsbezogene Barrieren.

Gaggermeier, Anika (2014):
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Waldflurbereinigung als ein Lösungsinstrument gegen die Fragmentierung kleinflächiger Privatwaldstrukturen in Bayern. In drei Fallstudien wurden mit Hilfe von Methoden der qualitativen Sozialforschung und des Prinzips des „Methodologischen Individualismus“ die Konstituierungs- und Entwicklungsprozesse sowie die Bewertung der Waldflurbereinigung aus Sicht der beteiligten Akteure analysiert. Bei den Befragten zeichnet sich eine hohe Zufriedenheit mit dem Verfahren und dem Zustand ihres Waldeigentums nach der Waldflurbereinigung ab.

Ashida, Asuka (2014):
Die Dissertation behandelt die Umsetzung der Convention on Biological Diversity, welche im Rahmen der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung ins Leben gerufen wurde. Auf der Basis einer qualitativen Inhaltsanalyse und Leitfadeninterviews wird das Zusammenspiel von Diskurs, Akteuren, Macht und politischen Regeln rund um die Biodiversitätsstrategien in Japan und Deutschland aufgezeigt. Es konnten inkrementelle Veränderungen im Politikfeld Biodiversität in beiden Ländern nachgewiesen werden.

Dobler, Günter (2012):

 Anhand der Frage nach dem Selbst- und Bildungsverständnis forstlicher Waldpädagogen wird eine Erhebungsmethode für den Einsatz in der qualitativen Sozialforschung erprobt und bewertet. Die Methode basiert auf dem Modell „Inneres Team“ nach Schulz von Thun. Die Befragten visualisieren hierbei in Zeichnungen „innere Stimmen“ und deren wechselseitigen Einflüsse, die sich in erfragten Situationen einstellen. Innere Stimmen repräsentieren von den Befragten wahrgenommene oder vermutete psychische Kräfte, die unter anderem kognitive, emotionale und motivationale Aspekte beinhalten. Diese Visualisierungen leiten das Interview, das die Grundlage für eine qualitative Datenanalyse bildet. Die Leistungsfähigkeit der Methode wird anhand von Gütekriterien diskutiert, dazu werden Überlegungen zum Forschungsprogramm Subjektive Theorien und zu Struktur-Lege-Techniken herangezogen

Mayer, Renate (2012):
Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft steigt die Zahl von Waldbesitzern, die für Informations- und Beratungsprozesse als schwer erreichbar gelten. Im Fokus der Arbeit steht die summative Evaluation auf der Basis von Besucher-Befragungen während und nach regionalen Großveranstaltungen für Waldbesitzer. Durch das Veranstaltungsangebot wird deren Interesse geweckt, geringfügige Veränderungen in Kommunikation und Handeln sind nach dem Besuch der Veranstaltung statistisch nachweisbar.

Hagemeier-Klose, Maria (2011):

Die Dissertation untersucht anhand von Fallstudien in Bayern die Hochwasserrisikokommunikation der Wasserwirtschaftsverwaltung mit der Öffentlichkeit. Es werden eingesetzte Informationsinstrumente wie Hochwasserstelen/-marken/-tafeln oder Hochwassergefahrenkarten aus der Perspektive der Rezipienten evaluiert. Als Kommunikationsmodell wird der dynamisch-transaktionale Ansatz herangezogen, der von Inter- und Intratransaktionen im Kommunikationsprozess ausgeht und in dem sowohl Kommunikator als auch Rezipient aktiv und passiv an der Kommunikation teilnehmen. Erkenntnisse der Arbeit sind die Notwendigkeit der Anpassung von Kommunikation an die Anforderungen der Rezipienten und Handlungsempfehlungen zur optimalen Gestaltung der Hochwasserrisikokommunikation, um Wahrnehmung und Wirkung der Informationsinstrumente zu verbessern.

Huml, Gerd (2010):

Forstliche Zusammenschlüsse bilden seit dem Gesetz über forstliche Zusammenschlüsse 1969 zentrale Instrumente der Waldpolitik in Deutschland. Vor dem Hintergrund der Besitzzersplitterung des Privatwaldes kommt diesen in der Bündelung gemeinsamer Interessen und der Kooperation von Waldbesitzern die wichtige Aufgabe zu, Strukturnachteile auszugleichen.
Die Beantwortung der Frage nach der Entstehung und dem Wandel der Organisationen erfolgt auf der empirischen Basis retrospektiver, mit Zeitzeugen geführter narrativer Interviews. Deren Auswertung fußt auf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Essers Mehr-Ebenen-Modell und das Ressourcenmodell nach Vanberg bilden die Grundlage um die kollektiven Zusammenhänge innerhalb eines theoretischen Bezugsrahmens abstrahieren zu können.
Die Ergebnisse skizzieren wichtige, im Zusammenhang mit dem Wandel der forstlichen Zusammenschlüsse stehende, Umwelt- und Binnenfaktoren. Darüber hinaus werden die sich ändernden Mitgliedsrollen und deren strukturelle Folgen innerhalb der freiwilligen Interessenorganisation diskutiert.

Krause, Eva (2010):

In der vorliegenden Arbeit wird die Interpretation des im forstpolitikwissenschaftlichen Sprachgebrauch gängigen Begriffs „Urbane Waldbesitzer“ aus Perspektive bayerischer Beratungsförster und nichtbäuerlicher Waldbesitzer beleuchtet. Die theoretische Basis liefern motivationspsychologische Modelle von Heckhausen (1989), Herzberg (1959) und Alderfer (1969). Für die Perspektivendiskussion werden die Ergebnisse der qualitativen Auswertungen einer schriftlichen Befragung unter 207 Beratungsförstern sowie narrativer Leitfadeninterviews herangezogen. Mit dem Begriff „Urbane Waldbesitzer“ werden vorrangig Waldbesitzer charakterisiert, deren Motive von der Norm landwirtschaftlicher Waldbesitzer abweichen. Beim Begriff „Urbane Waldbesitzer“ handelt es sich somit um ein Symbol für erlebte Veränderungen auf Grund des Strukturwandels in der Landwirtschaft.

Zellhuber, Andrea (2006):

Wie die meisten lateinamerikanischen Großstädte zeichnet sich die Peripherie von Porto Alegre durch ein dynamisches und ungeregeltes Siedlungswachstum in Form von Landbesetzungen und illegalen Parzellierungen aus. Mit Hilfe von Methoden der qualitativen Sozialforschung werden anhand einer Fallstudie insbesondere die damit verbundenen städtischen Umweltkonflikte analysiert und deren Einbeziehung in kooperative Planungsverfahren untersucht.

Die Prozesse des ungeregelten Siedlungswachstums am Stadtrand von Porto Alegre sind vor allem durch Wanderungsprozesse innerhalb der Stadt, die ausgrenzende Wirkung des städtischen Immobilienmarktes sowie durch fehlgeschlagene städtische Siedlungspolitik bedingt. Die Zersiedung am Standrand führt in Porto Alegre aus umweltplanerischer Sicht zu einem Raumnutzungskonflikt mit Belangen des Naturschutzes. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sich die informellen Siedlungen auf den aus Umweltgesichtspunkten empfindlichen Bereichen konzentrieren, die für den Immobilienmarkt keinem Wert haben. Davon ist besonders die Hügelkette am unmittelbaren Stadtrand betroffen, die sich durch ein sehr artenreiches Wald- Grasland-Mosaik auszeichnet.

Trotz fortschrittlicher Entwicklungen in der Stadtpolitik versagen die politischen Instrumente bisher weitgehend, diesem Landnutzungskonflikt entgegen zu wirken. Besonders die Widersprüche zwischen umwelt- und siedlungspolitischer Maßnahmen führen zu unwirksamen Verwaltungshandeln.

In einem Kontext, in dem Sanktionen und restriktive Maßnahmen nicht greifen, werden kooperative Instrumente als Alternative gesehen, um in diesem komplexen Konfliktfeld staatliches Handeln zu ermöglichen. Der Schwerpunkt der dieser Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen eines derartigen partizipativen Planungsansatzes, raumbezogene Umweltkonflikte verhandelbar zu machen. Die Bewertungen basieren auf einer umfassenden Fallstudie zu einem vom Stadtplanungsamt in Porto Alegre initiierten Verfahrens der Bürgerbeteiligung.

In dem in der Fallstudie untersuchten Projekt geht es darum, in einem kooperativen Planungsprozess gemeinsam mit den Bewohnern den Stadtentwicklungsplan für ein informelles Siedlungsgebiet in der Peripherie zu aktualisieren. Es soll definiert werden, welche Bereiche für die zukünftige Besiedlung geeigneten sind und in welchen Bereichen der Schutz der natürlichen Vegetation Vorrang hat.

Insgesamt kann der partizipative Ansatz als wesentlicher Fortschritt zu der in der brasilianischen Stadtplanung nach wie vor gängigen technokratischen Planungspraxis gesehen werden. Durch das Verfahren konnte bei den teilnehmenden Bewohnern und den beteiligten Behördenvertretern ein gemeinsames Problemverständnis erreicht werden. Letztere entwickelten durch die direkte Auseinandersetzung mit der Lebensrealität in den informellen Siedlungen eine realistische Problemsicht.

Doch die Fallstudie zeigte auch zahlreiche Hindernisse eines derartigen kooperativen Planungsprozesses auf. Als besonders negativ stellte sich die fehlende Einbindung der Ergebnisse des Beteiligungsprozesses in die formalen Stadtplanungsprozesse und die administrativen Routinen heraus. Es besteht weiterhin eine Kluft zwischen dem Beteiligungsverfahren und den Entscheidungsprozessen der einzelnen Fachbehörden. Die fehlende institutionelle Integration des Partizipationsprojektes in die gesamte Verwaltungsstruktur stellt ein zentrales Hindernis dar.

Ein grundsätzliches Dilemma derartiger Planungsprozesse in einem so hochdynamischen Kontext wie informelle Siedlungen besteht außerdem darin, nicht auf die eigentlichen Ursachen der Siedlungsexpansion einwirken zu können. Der Handlungsdruck von zuziehenden Neusiedlern kann nicht entschärft werden. Kooperative Ansätze reichen nicht aus, um staatliche Handlungsdefizite zu kompensieren. Vielmehr bedarf es gleichzeitig zur Demokratisierung der Entscheidungsprozesse einer Stärkung der staatlichen Institutionen, um so die Umsetzung präventiver Maßnahmen des Siedlungsbaus zu ermöglichen. Dennoch lässt sich mit den Interviewdaten belegen, dass es durch Beteiligungsprozesse zu einer Eigendynamik kommen kann. Das gestärkte Selbstbewusstsein der Bürgervertreter als politische Akteure gibt Grund zur Hoffung, dass langfristig über den Weg des Empowerment der am stärksten von städtischer Umweltdegradierung betroffenen Bevölkerungsgruppen eine Verbesserung der städtischen Umweltqualität erreicht werden kann.

Sauer, Alexandra (2006):

Wie wird aus einer Europäischen Naturschutzrichtlinie praktisches Handeln zum Schutz der Natur? Am Beispiel der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) untersucht die Arbeit, welche Strategien die Mitarbeiter der zuständigen Naturschutzverwaltungen anwenden um das Verhalten der maßgeblichen Akteure, von der Landwirtschafts- oder Forstverwaltung, Gemeinden und Verbänden bis hin zu einzelnen LandwirtInnen oder UnternehmerInnen zu lenken. Hierfür werden zehn Fallstudien in verschiedenen Bundesländern mit Methoden der qualitativen Sozialforschung untersucht und fallübergreifende Muster der Richtlinienumsetzung beschrieben.

Die FFH-Richtlinie ist das Kernstück der gesamteuropäischen Naturschutzpolitik und zielt darauf ab, ein europaweites Netz von Schutzgebieten für wildlebende Tier- und Pflanzenarten zu etablieren. Der Umsetzungsprozess ist von den europa­rechtlichen Vorgaben, aber auch von den örtlichen, regionalen und nationalen Rahmenbedingungen geprägt und unterscheidet sich damit von herkömmlichen Naturschutz­strategien auf nationaler oder regionaler Ebene. Bekannte Akzeptanzdefizite und Imple­mentationsprobleme nationaler Naturschutzstrategien wurden verstärkt. Die für die Umsetzung verantwortlichen Akteure befinden sich damit in der Situation, einerseits auf die lokalen Wünsche nach Gestaltungs­spiel­räumen und Mitbe­stimmung reagieren, andererseits aber auch die relativ strikten Vor­gaben der Europäischen Union berücksichtigen zu müssen.

In dieser Situation haben sich fünf unterschiedliche Strategien herausgebildet, die sich vor allem durch die eingesetzten Steuerungsinstrumente unterscheiden. Es sind dies die ökonomische, die kooperativ-kooptative, die fachlich-rechtlich persuasive und die hierarchische Strategie sowie die Strategie der Verantwortungsvermeidung. Die Wahl der Vorgehensweise hängt davon ab, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von den verantwortlichen Akteuren als besonders relevant eingestuft werden und welche Handlungsspielräume sie im institutionellen Gefüge für sich sehen. Wie die Adressaten auf die Strategien reagieren, hängt wiederum von deren Handlungsorientierungen und Ressourcen ab. Zudem unterscheiden sich korporative Verwaltungen, Verbände und Einzelpersonen in ihrem räumlichen und zeitlichen Bezugs­rahmen und favorisieren auch deshalb unterschiedliche Strategien.

Meist werden die Strategien eher intuitiv gewählt, da den Verantwortlichen kein In­stru­men­tarium zur Analyse und Beurteilung der jeweiligen Akteurskonstellation zur Verfügung steht. Es besteht vor allem wenig Sensibilität bezüglich der unterschiedlichen Machtressourcen einzelner Akteure und deren strategischer Nutzbarkeit im Umsetzungsprozess. Konflikte im Naturschutz­kontext werden vor allem durch die ungenügende Beteiligung betroffener Akteure erklärt ohne das tatsächliche Potenzial einer stärkeren Einbeziehung abzuwägen.

Die Arbeit hebt die Bedeutung gesellschaftlicher und institutioneller Rahmenbedingungen einerseits aber auch der direkten Interaktion im spezifischen Akteursfeld andererseits hervor. Durch letzteren Punkt lassen sich Unterschiede im Umsetzungsprozess innerhalb einzelner Mitgliedstaaten oder Bundesländer erklären, die nicht allein auf institutionelle Strukturen zurück­zuführen sind. Eine Verstärkung der Forschung wäre hier wünschenswert, um akteurs­spezifische Steuerungsansätze zu entwickeln und die häufig normativ geführte Diskussion um „weiche Steuerung“ und „good governance“ zu rationalisieren.

Müller, Gaby (2006):

Umweltmediation basiert darauf, mit den an einem Konflikt Beteiligten oder Betroffenen außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren einen Lösungsweg zu suchen. Durch eine vorgegebene Verfahrensweise werden die Konfliktparteien befähigt, selbst Lösungen zu entwickeln, die für alle Seiten gewinnbringend sind (Win-Win-Lösungen). Dazu wird ein neutraler Dritter (der Mediator) eingeschaltet, der das Verfahren leitet, als Vertrauensperson fungiert und ein Machtgleichgewicht der Akteure im Verfahren herstellen soll. Ein detaillierter, von allen Akteuren getragener Maßnahmenplan steht idealerweise am Ende des Mediationsverfahrens.

In Deutschland wurden bisher rund 100 Umweltmediationsverfahren durchgeführt. Im Bereich von Wald-Wild-Konflikten fehlten bislang entsprechende Erfahrungen, so dass dieses Forschungsvorhaben Neuland betrat. Das Fehlen von Erfahrungen mit Mediation im Konfliktfeld Wald-Wild ist erstaunlich. Ein Mediationsverfahren bemüht sich doch vor allem darum, die Unterschiedlichkeit der Interessen unter Berücksichtigung ökologischer Vorgaben als Potential für synergetische Lösungen zu nutzen und so allen beteiligten Gruppen eine Verbesserung ihrer Situation zu ermöglichen.

Die vorliegende Arbeit schließt diese Erfahrungslücke und beschreibt das „Mediationsverfahren Hinterstein“ als Beitrag zur Konfliktlösung im Rahmen der Sanierung des Schutzwaldes oberhalb Hintersteins, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Hindelang. Sie dokumentiert und analysiert die Vorgehensweise und würdigt die Ergebnisse kritisch. Darüber hinaus wird das Verfahrensmodell der Mediation auf seine Übertragbarkeit auf ähnliche Problemfälle analysiert.

Bei dem Projektgebiet handelt es sich um einen Schutzwald oberhalb der Ortschaft Hinterstein. Zustand des Schutzwaldes und Prognose geben Anlass zur Sorge. Die Interessen an diesem Schutzwald sind vielfältig. So wollen die Wünsche verschiedenster Akteure befriedigt werden. Dies fordert letztlich neben einem Ausgleich dieser Interessen eine Verbesserung der Verjüngungssituation, um nachhaltig die Schutzwirkung wiederherstellen und erhalten zu können.

Während des Verfahrens stellte sich heraus, dass massive Informationsdefizite, Vorurteile und Misstrauen die Atmosphäre bestimmten. Konflikte in Sachthemen resultierten weniger aus unumstößlichen Gegebenheiten, sondern vielmehr aus Informationsdefiziten, mangelnder Kommunikation und Beziehungskonflikten. Innerhalb der Interessengruppen gab es nur lose Allianzen.

Innerhalb von 12 Mediationssitzungen und einer Ortsbegehung wurden diese Informationsdefizite ausgeglichen, Beziehungen neu definiert und darauf aufbauend gemeinsam Win-Win-Lösungen zur sachlichen Verbesserung der Situation ausgearbeitet. Diese wurden in einem weiteren Schritt in einem Maßnahmenplan festgeschrieben. Es ist gelungen, ein Lösungspaket zu erstellen, das nur geringfügige finanzielle Mehrbelastungen für alle Gruppen darstellt und langfristig ausgerichtet ist. Die Sachlösungen wurden von den Teilnehmern in jeder Beziehung positiv bewertet. Das Mediationsverfahren beeinflusste sogar die Beurteilung der Beziehungen im Rückblick: Entgegen der Auffassung zu Beginn des Verfahrens glauben die Beteiligten nun schon immer gute Beziehungen gepflegt zu haben. Alle Teilnehmer am Mediationsverfahren würden wieder an einer solchen Mediation teilnehmen.

In der Umsetzungsphase setzten die Beteiligten die Maßnahmen wie geplant um und pflegen bislang gute Beziehungen untereinander. Alle wollen in dieser Zusammensetzung als Gremium in Zukunft weiterhin konstruktiv zusammen arbeiten und eventuelle Probleme gemeinsam lösen.

Das Projekt verdeutlicht, dass mit Hilfe von Mediationsverfahren schwierige Konfliktsituationen auch im Spannungsfeld Wald-Wild bereinigt und vermeintliche Gegner zu Partnern werden können, die gemeinsam zu einer Lösung beitragen.

Zormaier, Florian (2006):

Partizipative Verfahren spielen in den letzten Jahrzehnten eine immer wichtigere Rolle im politischen und gesellschaftlichen Leben. Dies ist sowohl auf der kommunalen Ebene als auch in Bezug auf den Wald zu beobachten. In dem Spannungsfeld Partizipation und Forstwirtschaft richtet die vorliegende Arbeit ihren Fokus einerseits auf die Untere Forstbehörde als forstlichen Akteur und andererseits auf die Lokale Agenda 21 als ein Beispiel für einen partizipativen Prozess. Die Untersuchung konzentriert sich auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ziel der Arbeit ist es, die Sichtweise der Unteren Forstbehörden zur Lokalen Agenda 21 zu erfassen und Faktoren zu erheben, die zu einer Thematisierung von Forstwirtschaft, Wald und Holz bei Lokalen Agenda-21-Prozessen führen. Außerdem werden am Beispiel der Lokalen Agenda 21 die Einstellungen und der Umgang von Vertretern der Forstwirtschaft mit partizipativen Prozessen untersucht. Der theoretische Rahmen der vorliegenden Arbeit wird durch die Dimensionen der Politik: Inhalte – Prozesse -Strukturen geprägt. Im Zentrum der Überlegungen stehen die Akteure, die sich durch ihre Ideologie, Wahrnehmungen, Interessen, Macht und Einfluss sowie ihre spezifischen Handlungsweisen und die Kommunikation zwischen den Akteuren charakterisieren lassen. Der theoretische Rahmen bildet die Grundlage für die empirischen Analysen und die Ableitung von Thesen. Die Auseinandersetzung mit der Rolle der Unteren Forstbehörden bei Lokalen Agenda-21-Prozessen erfolgt in zwei Untersuchungsphasen. Es wurden vor allem Methoden der qualitativen Sozialforschung angewendet. Die Sichtweise der Unteren Forstbehörden der Landesforstverwaltung NRW zum Thema Lokale Agenda 21 wurde durch moderierte Workshops erfasst. In einem zweiten Schritt wurde mit der Fallstudie „Wittgenstein“ ein Agenda-21-Prozess mit einer Arbeitsgruppe zum Thema energetische Holznutzung und gleichzeitigem Engagement einer Unteren Forstbehörde detailliert analysiert.

Dirlinger, Eva Teresa (2005):

Der Siemens-Konzern hat 2002 mit dem Online- Magazin "Siemens heute" eine Kommunikationsplattform im Intranet geschaffen, die täglich Nachrichten zu aktuellen Ereignissen rund um Siemens anbietet. Das zweisprachige Medium (deutsch und englisch) steht weltweit allen Mitarbeitern zur Verfügung und bietet eine Lösung zur schnellen und umfassenden Information.

Da neben den bekannten Printmedien verstärkt Online-Medien zur betrieblichen Kommunikation genutzt werden, stellt sich die Frage nach der Rezeption von Online-Nachrichten. Nehmen die Mitarbeiter die angebotenen Informationen an? Wie wählen diese die für sie relevanten Informationen aus? Gibt es Möglichkeiten, die Rezeption der Nachrichten zu erhöhen und damit die interne Kommunikation zu verbessern?

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, wurde in der vorliegenden Arbeit neben einer Inhaltsanalyse der Nachrichten- Teaser auch eine Logfile-Analyse (zur Beobachtung der Nutzung von Nachrichten) durchgeführt. Eine umfassende Literaturanalyse diente als Rahmen der empirischen Untersuchung. Ziel dieser Arbeit war die Ermittlung aufmerksamkeitslenkender Faktoren im Nachrichtenangebot von "Siemens heute" und die Erfassung der Themenpräferenz der Mitarbeiter, um aufgrund der Ergebnisse die interne Kommunikation verbessern zu können.

Krafft, Ulrike (2004):

Die vorliegende Arbeit stellt die Identifikation von Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren in der forstlichen Beratung Bayerns in den Mittelpunkt der Betrachtung. Es werden dabei jene Aspekte beleuchtet, die der Erreichbarkeit von Waldbesitzern für Beratungsangebote der Forstbehörden entgegenstehen. Die Analyse der Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren ist auf verschiedene, vorab definierte Waldbesitzergruppen ausgerichtet und ermöglicht damit zielgruppenorientierte Lösungsvorschläge.

Hintergrund der Forschungsarbeiten sind insbesondere die mit dem Agrarstrukturwandel einhergehenden starken Änderungen im Waldbesitzerklientel und ihre Folgen für die forstliche Beratung. Zu den Folgen zählen die erschwerte Erreichbarkeit vieler Waldbesitzer für die Beratung, die Änderung von Bedeutung und Zielen, die mit dem Waldbesitz verbunden sind, ebenso wie Änderungen in der Bewirtschaftungsweise.

Als Forschungsdesign wurde ein Mehrmethodenansatz gewählt, durch den, je nach den Erfordernissen der jeweiligen Forschungsphase, qualitative und/oder quantitative Methoden empirischer Sozialforschung zur Anwendung gekommen sind. Partizipative Elemente - insbesondere Workshops - spielten eine wichtige Rolle. Die Kombination unterschiedlicher Instrumente wurde vor allem mit Blick auf ein tieferes Verständnis des Forschungsproblems umgesetzt.

Zentrale Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren mit Auswirkung auf die Beratung der Waldbesitzer wurden auf der Seite der Beratungsanbieter in den Bereichen der Führung und Teamarbeit innerhalb der Beratungsorganisation, der angewandten Beratungsformen, der zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel und der Beratungspartner ermittelt. Auf der Seite der potenziellen Beratungskunden konnten Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren in den Bereichen Änderungen im Waldbesitzerklientel und Bedeutung des Waldbesitzes erkannt werden. Die Waldgröße scheint eine zentrale Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarriere im Bereich der Strukturvariablen darzustellen.

Aus den ermittelten Wahrnehmungs- und Kommunikationsbarrieren lassen sich folgende Handlungsfelder ableiten: - konkrete Zielvereinbarungen für die Beratungstätigkeit auf Forstamtsebene - verstärkte Teamarbeit auf Forstamtsebene - Zielgruppendefinition und -analyse - verstärkte Umsetzung einer Angebotsberatung - Verbesserung der technischen Ausstattung - Unterstützung bei der Professionalisierung der Selbsthilfeeinrichtungen, verstärkte Zusammenarbeit - kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit.

Wagner, Klaus (2004):

Das Ziel der Arbeit ist die Analyse des Naturgefahrenbewusstseins der Bevölkerung im Bayerischen Alpenraum über Sturzfluten und Rutschungen und der Wirkung von Kommunikationsinstrumenten. Kommunikationskonzepte über Naturgefahren bedürfen einer genauen Klärung der Ansprüche und Überzeugungen der Zielgruppen, damit sie die erwünschten Wirkungen entfalten können.

Im Zentrum des Untersuchungsansatzes steht das trimodale Modell von MERTEN (1994), das die Wirkung (massenmedialer) Informationen mit den Kriterien Informationsvermittlung, interner und externer Kontext beschreibt. Besonders der Beschreibung des internen Kontextes wurde großes Gewicht beigemessen. Dafür wurde das Naturgefahrenbewusstsein schwerpunktmäßig im Bereich der Wissensdimensionen analysiert. Das Untersuchungsdesign entspricht dem einer Evaluationsstudie. In vier Gemeinden des Bayerischen Alpenraums wurde als Grundlage für die Entwicklung eines Kommunikationskonzepts das Naturgefahrenbewusstsein mittels qualitativer und quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung erhoben. Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinden und den verantwortlichen Behörden wurden anschließend Informationsinstrumente entwickelt und eingesetzt. Diese Informationsinstrumente wurden kurz- bis mittelfristig evaluiert. Zusätzlich zu diesem Vorgehen wurden zwei Ausstellungen, die zum 100-jährigen Bestehen der Wildbachverbauung in Bayern gezeigt wurden, evaluiert.

Das Wissen über vergangene Schadereignisse nimmt sehr schnell ab. Ca. 50% der Befragten erinnerten sich an ein großes lokales Schadereignis, das sich vor 10 Jahren ereignet hatte. Liegt das Ereignis über 40 Jahre zurück, nannten nur noch wenige dieses Ereignis. Die Halbwertszeit des Vergessens beträgt somit für Sturzfluten ca. 14 Jahre. Das Wissen über die auslösenden Prozesse für Sturzfluten ist deutlich besser als das für Rutschungen und Muren. Dies liegt u.a. daran, dass die Prozesse bei Sturzfluten einfacher zu beobachten sind als bei Rutschungen. Treibholz, das sich an Brücken zu Verklausungen führt, ist beobachtbar, die Veränderungen des Bodenwassergehalts, die eine Rutschung auslösen, dagegen nicht. Vorstellungen über Natur- und Umweltschutz und Hochwasserkatastrophen im Flachland beeinflussen oft die Vorstellung der Bevölkerung über die Naturgefahrenprozesse und mögliche Vorsorgestrategien. Fehlkonzepte wie Sturzfluten können nur nach lang anhaltenden Regenfällen auftreten bzw. man müsse an Wildbächen natürliche Retentionsräume wiederherstellen, sind daher weit verbreitet. Unter Eigenvorsorge stellen sich die Befragten am ehesten Dämme bzw. Maßnahmen, die das Eindringen des Wassers ins Haus verhindern vor. Notfallmaßnahmen werden fast ausschließlich von solchen Personen genannt, die bereits Schäden durch Naturgefahren erlitten haben.

Innerhalb des Forschungsprozesses hat sich herausgestellt, dass mittels des Konzepts der Bewältigungsmodi der Angst nach KROHNE (1998) das Handeln der Befragten gut erklärt werden könnte. Bisher wurde diesem Thema in den relevanten Forschungsrichtungen mit Ausnahme der Post-Disaster-Phase zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Bevölkerung informiert sich hauptsächlich über die Massenmedien über die Naturgefahren. Mittels einer Clusteranalyse konnten dabei drei Gruppen unterschieden werden. Gut ein Viertel der Befragten informiert sich insgesamt wenig über Naturgefahren. Diese Personengruppe können also nur Multiplikatoren, die diese Personen direkt ansprechen, für das Naturgefahrenthema interessieren. Ca. 40% der Befragten nutzen überwiegend die Massenmedien und rund ein Drittel informiert sich zusätzlich auch über das lokale Umfeld, d.h. Nachbarn, Gemeindevertreter usw.

Die primäre Zielgruppe für eine Kommunikationsstrategie, die von Naturgefahren bedrohten Einwohner der Gemeinden, zeichnen sich durch ein leicht besseres Wissen als die Nicht-Bedrohten aus. Sie informieren sich stärker mit Hilfe der lokalen Quellen und sind (trotzdem) unzufriedener mit der Information durch die Gemeinden und die zuständige Verwaltung.

30-40% der Befragten konnten sich erinnern, Informationsinstrumente, die an alle Haushalte verteilt wurden, gelesen zu haben. Eine deutlich höhere Wahrnehmungsquote erreichte nur ein Lehrpfad, der seit 1996 in dem Naherholungsgebiet einer Untersuchungsgemeinde besteht. Über 70% der Befragten gaben an, diesen im letzten Jahr besucht zu haben. Im Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag ist eine Serie über lokale Naturgefahren, die in einem Gemeindebrief veröffentlicht wurde und von 29% der Befragten wahrgenommen wurde, viel besser zu bewerten als ein mit hohen Kosten erstelltes Faltblatt, das von ca. 40% der Befragten gelesen wurde. Durch den Informationskanal Gemeindebrief werden Personen verstärkt angesprochen, die gut in das lokale Umfeld eingebunden sind. Die Wurfsendung eines Faltblatts in die Briefkästen aller Haushalte führt zu einer verstärkten Wahrnehmung durch die von Naturgefahren Bedrohten bzw. Geschädigten. Für Ausstellungen und Lehrpfade wurden folgende Zusammenhänge ermittelt. Je textreicher die Informationstafeln sind, desto selektiver werden die Inhalte wahrgenommen. Eine kleine Ausnahme bilden dabei sehr textreiche Ausstellungstafeln, die aufgrund ihrer Aufmachung nur von am Thema interessierten Besuchern betrachtet und somit auch länger gelesen werden Der Median der Betrachtungszeiten schwankt für unterschiedlich textreiche Ausstellungsteile zwischen 5 und 25 Sekunden. Nur beim Lehrpfad, bei dem einzelne Tafeln einen unmittelbaren Bezug zur Landschaft bzw. wasserbaulichen Maßnahmen hatten, traten deutlich längere Betrachtungszeiten auf. Besonders Bilder von vergangenen lokalen Schadereignissen bleiben sehr gut in der Erinnerung haften. Auch werden Themen, die sich mit Natur(schutz) auseinandersetzten, verstärkt wahrgenommen und erinnert. Darüber können teilweise die Botschaften der Verwaltung, d.h. der Mensch braucht Schutz vor Naturgefahren, in den Hintergrund gedrängt werden. Besonders effektiv sind die Informationsmittel dann, wenn sie offene Fragen, die durch Naturereignisse oder bei der Auseinandersetzung mit der Natur entstehen, zeit- und ortsnah beantworten.

In der Diskussion wird das der Arbeit zugrunde liegende Kommunikationsmodell entsprechend der Ergebnisse um die Einflüsse der Vorstellungen über Natur ("Naturbrille") und über Naturgefahren allgemein ("Flachlandbrille") erweitert. Außerdem werden die Grenzen einer Kommunikationsstrategie herausgearbeitet. In dem langen Zeitraum, in dem keine Schadereignisse in den Gemeinden auftreten, nimmt das Naturgefahrenthema einen sehr niedrigen Platz auf der persönlichen wie öffentlichen Agenda ein. Handlungsanreize durch eine Pflichtversicherung wie in der Schweiz dürften daher stärkere Wirkungen hervorrufen als eine Verstärkung des Informationsinputs. Folgerungen für einfach umsetzbare Informationsinstrumente für die Praxis bilden den Abschluss der Arbeit.

Schaffner, Stefan (2001):

This study about small scale private forestry in south east Bavaria addresses one main question: What are the effects of structural changes in the agricultural sector and the wood industry on the behaviour, attitude and interests of small scale private forest owners? Results: Traditionally, small scale forests were run by farmers, who were interested in versatile benefits from their forest land such as fire wood, wood for building and repairing their farms, certain amounts of growing stock as their (independent) bank savings, and last but not least the necessity of an irregular revenue from the timber sale. In order to meet these demands each farmer normally spends a lot of time managing the small scale forest himself. But the felling volume is relatively low compared to the annual increment (approximate 3 to 4 cubic meter per hectare and year compared to an annual increment of 7 or more cubic meter per hectare and year). The change in agricultural structures (on the one hand closure of farms, on the other hand expansion and specialisation of remaining farms) results in an increasing number of non-farmers. The differences between farmers and non-farmers are that non-farmers are lacking experience, technical equipment and time for managing their land. The cuttings of non-farmers are twenty percent below the yield harvested by farmers. The selling of non-farmers are fifty percent less than selling of farmers. At the same time, several changes in attitude take place: The number of forest owners, who have no unambiguous idea of forestry and thus don't actually manage but would like to conserve a certain structure of their forest land, increases. For a rising number of land owners with neither enough time nor technical equipment, forest property, has become a burden. More and more forest owners seem to hand their responsibility over to independent contractors. In conclusion it can be assumed that in future times, the number of forest owners will continuously decline with both the ability and the desire to manage their forest land themselves. The structural changes of the timber industry affects the earning capacities of small scale forestry. The ability of small scale forestry to meet the demands of huge industrial wood processing companies is getting worse and worse. The situation for small scale forestry has become more serious with these developments (structural changes in the agricultural sector and the timber industry). Therefore the economic potential of small scaled forestry is jeopardised. Two efforts might contribute to improving the situation: On the one hand forest management services ought to be available an a larger scale and on the other hand, there lies great potential in forest owner associations which if developing into major service companies face much better options of a more efficient forest management and timber sale.

Duschl, Christian (2000):

Es werden mit Hilfe der Daten der Bundeswaldinventur Bestandestypen und deren Verteilung in Modellbetrieben auf Wuchsgebietsebene nachgebildet. Um die Bestandesstrukturen eines Modellbetriebs überschaubar darstellen zu können, wird ein Algorithmus entworfen, welcher mit sechs bis zwölf Bestandestypen ein Wuchsgebiet beschreibt. Untersucht wird weiter, inwieweit sich real existierende Betriebsleiter auf der Basis ihres ihr Denk- und Handlungsmuster zu bestimmten Typen zusammenfassen lassen. Dabei werden die Modellbetriebe mit den ermittelten Betriebsleitertypen in einem Modell verbunden. Für einen Zeitraum von 20 bis 40 Jahren soll das Handeln der verschiedenen Betriebsleitertypen in den Modellbeständen nachvollzogen werden. Ein Vergleich der Bestandesstrukturen schließt das Projekt ab.

Klins, Ullrich (2000):

Die Debatte über die Zertifizierung von Wäldern in Deutschland stellt seit mehr als fünf Jahren einen Konflikt zwischen verschiedenen Akteuren, die zum Thema Wald arbeiten, dar. Inhalt der Arbeit ist prozessorientierte Analyse dieser Akteure, ihrer Wertvorstellungen und Handlungen. Basierend auf einem theoretischen Hintergrund wurden dazu die Akteurscharakteristika Macht und Einfluss, Ideologie und Interesse, Normen und Kommunikation ebenso betrachtet, wie die Bildung von miteinander konkurrierenden Akteursnetzwerken und die Beziehungen innerhalb und zwischen den jeweiligen Netzwerken. Als Forschungsmethoden dienten dabei Experteninterviews, Inhaltsanalysen sowie die aktive Teilnahme in Arbeitsgruppen zu diesem Thema. Das Konfliktfeld wurde von den (befragten) Akteuren als Dipol zwischen den meisten Akteuren der Forstwirtschaft, insbesondere der Waldbesitzer (- verbände), und den Umweltverbänden wahrgenommen. Die Umweltverbände erachteten eine Zertifizierung der Wälder in Deutschland als Nachweis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für notwendig und begannen, für den von ihnen präferierten internationalen Ansatz in Deutschland Bündnispartner zu suchen und ein Netzwerk aufzubauen. Währenddessen verweigerten sich viele Akteure aus dem forstlichen Bereich lange Zeit gegenüber einer Zertifizierung. Aufgrund der anwachsenden Einflussmöglichkeiten des genannten Netzwerks sah sich letztlich die forstliche Seite gezwungen, einen eigenen Ansatz aufzubauen und ersuchte dazu ebenfalls die Hilfe von Bündnispartnern. Dabei verlagerte sie den Schwerpunkt auf die europäische Ebene. Während das erste Netzwerk seine Macht, die Konsumenten zu überzeugen, in der durch die Teilnahme der Umweltverbände verliehene Glaubwürdigkeit sieht, schätzen sich die Mitglieder des zweiten Netzwerks aufgrund der sehr großen Fläche, die nach diesem Ansatz zertifiziert werden kann, als einflussreich ein. Die Mitglieder der jeweiligen Netzwerke entwickelten eine netzwerkspezifische Sprache (Soziolekt), die dazu diente, gemeinsame Wertvorstellungen und eine klare Abgrenzung zum "gegnerischen" Netzwerk zu untermauern. Trotz des Versuchs von indifferente Akteure zwischen den Akteuren der beiden Netzwerke zu vermitteln, gelang es bis auf eine inhaltlichen Annäherung der jeweiligen Konzepte bislang nicht die ideologisch geprägte Hürde zwischen den Hauptvertretern der Netzwerke zu überwinden.

Pauli, Bernhard (2000):

Auf der Basis von mehreren Befragungen wird analysiert, wie Wald von Forstwirtschaft in der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Mayer-Gampe, Pia (1999):

Die Dissertation analysiert die Prozesse, die den Wald in verschiedenen Aspekten menschlicher Geistestätigkeit (Märchen, Mythen, Utopien) zum Symbol für Wirklichkeitsentstehung prädestinieren. Umgekehrt geht es darum zu zeigen, dass das menschliche Symbolsystem den Umgang mit Wald beeinflußt. Dabei ist die Utopie der erste Schritt von der Psychologie in die Politik.