Der gesellschaftliche Mehrwert bäuerlicher Landwirtschaft in Bayern – Eine überregionale Studie mit Fokus Bayern
Stefan Wimmer
Für eine wachsende Anzahl an Menschen nehmen die Berührungspunkte mit der Landwirtschaft ab. Aufgrund mangelnder Sichtbarkeit und Kenntnis aller Leistungen der Landwirtschaft im Allgemeinen schwindet das Verständnis für Transferleistungen aus der Gesellschaft in die Landwirtschaft. Daher müssen die Landwirtschaft und die agrarpolitische Zielsetzung in gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge eingeordnet und erklärt werden. Ein Ansatz hierfür ist, den Mehrwert der Landwirtschaft, d. h. die Leistungen für die Gesellschaft über die reine Agrarproduktion hinaus, zu quantifizieren und somit objektiver als bisher zu verdeutlichen.
Für den Freistaat Bayern steht bei einer solchen Aufgabe, ausgehend von den strukturellen Rahmenbedingungen und agrarpolitischen Zielen, der Mehrwert im Vordergrund, der speziell durch „bäuerliche Landwirtschaft“ erzielt wird. Diese bäuerliche – im Gegensatz zur industriellen – Landwirtschaft zeichnet sich insbesondere durch Familienbetriebe aus, die gesunde Lebensmittel produzieren, ressourcenschonend wirtschaften, die Tiere artgerecht halten, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und durch ihre vielfältigen unternehmerischen Tätigkeiten einen lebens- und entwicklungsfähigen ländlichen Raum ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund wird im Forschungsprojekt untersucht, ob die bäuerliche Landwirtschaft gegenüber industriell geprägten Formen der Landwirtschaft aus ökonomischer, gesellschaftlicher und ökologischer Sicht einen Mehrwert schafft.
Das Gesamtprojekt wird gemeinsam mit Forschungspartnern aus Österreich, Italien/Südtirol und Norwegen durchgeführt. Die Analysen für Bayern werden durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gefördert.