Das deutsche Hochschulsystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Das Handlungsfeld des Wissens- und Technologietransfers unterliegt dabei besonderer politischer Aufmerksamkeit. Diese Studie ordnet die Entwicklungen im nationalen und internationalen Vergleich anhand ausgewählter empirischer Indikatoren zu Lehre und Transfer ein. Entwicklungen der Studierenden- und Beschäftigtenzahlen zeigen deutliche strukturelle Verschiebungen sowie eine wachsende Bedeutung privater Hochschulen. Akademische Gründungen, insbesondere durch Promovierte, erfüllen im Zeitverlauf kontinuierlich eine wichtige Funktion. Demgegenüber ist die Patentaktivität deutscher Hochschulen seit den 2010er Jahren rückläufig, besonders stark seitens der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und bei internationalen Kooperationen. Auch Universitäten melden deutlich weniger Patente an; ihre Anmeldungen weisen jedoch weiterhin höhere technologische Relevanz, größere Erfinderteams sowie eine stärkere Kooperationsintensität mit Hochschulen und Wirtschaft auf. Hinsichtlich ihres Potenzials, in Patenten zitiert zu werden, haben wissenschaftliche Erkenntnisse aus deutschen Hochschulen - insbesondere aus Universitäten - im vergangenen Jahrzehnt zur internationalen Spitzengruppe aufgeschlossen. Diese Transferpotenziale werden in Deutschland überdurchschnittlich häufig im Inland realisiert. Die Studienergebnisse deuten zudem darauf hin, dass Transferpotenziale insbesondere von Wissenschaftlerinnen im deutschen Hochschulsystem ungenutzt bleiben; in Deutschland werden deutlich weniger Hochschulpatente von Frauen angemeldet als im internationalen Vergleich, und ihre Forschungsarbeiten werden seltener in Patenten aufgegriffen.
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Wettbewerb und aktuelle Entwicklungen in Lehre und Transfer deutscher Hochschulen
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